Gymnastik bis die Synapsen glühen – Kurs mit Etienne Hirschfeld in Brunne

Wer bei dem Titel „Gymnastikkurs“ an vorwiegend ältere Damen denkt, die sich auf Yogamatten räkeln, hat sich schwer geirrt: erstens reichte das Altersspektrum der Reiter und Reiterinnen vom Schüler bis Ü50, zweitens ging es (fast) ausschließlich um Gymnastik beim Pferd.

Natürlich stellten sich erst einmal theoretisch  Fragen, was Gymnastik ist und welche Übungen ein Pferd gymnastizieren können. Gymnastik an sich gab es schon bei den alten Griechen, sie nannten es die Kunst der Leibesübungen. Ganz so einfach kamen wir im Theorieteil nicht davon. Gymnastizierung beim Pferd zielt darauf hin, die natürliche Schiefe „wegzureiten“, damit das Pferd sich auf beiden Händen gleichmäßig stellen und biegen kann und gerade gerichtet wird. Dazu müssen möglichst gezielt bestimmte Muskeln und Bänder trainiert und gestärkt werden. Logischerweise geht es beim Pferd um Beinarbeit: untertretende Beine, kreuzende Beine, Lastaufnahme, um rückengerecht mit aufrechter Schulter verschiedene Lektionen reiten zu können.

Demzufolge boten sich Übungen an, die den Schwerpunkt auf Stellung und Biegung legten. Vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Neuen – zwei weitere Prinzipien, nach denen die Übungen aufgebaut wurden. Wer jetzt meinte, Schlangenlinien bestehen aus einem halben Kringel und einer Geraden und sind einfach zu reiten, wurde eines besseren belehrt. Aufnehmen und nachgeben, Stellung mit und ohne Biegung, geraderichten, Bogen reiten und dabei natürlich die Skala der Ausbildung nicht vergessen: Takt, Losgelassenheit, Nachgiebigkeit durften natürlich nicht vernachlässigt werden. Entsprechend dem Leistungsstand der einzelnen Reiter-Pferd-Paare wurde nun an verschiedenen Problemen gearbeitet. In der Fortsetzung ging es um seitwärts – Schenkelweichen, seitwärts mit Stellung entgegen der Bewegungsrichtung und als krönenden Abschluss die Traversale mit korrekter Stellung und Biegung, tiefem Hals und gleichmäßigem Takt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hatte jeder von uns ausreichend Hausaufgaben. Bei allen haben nach den Übungen die Synapsen geglüht und der eine oder andere hat auch festgestellt, dass auch der Reiter eine gewisse Muskulatur an den richtigen Stellen braucht, um seinem Pferd helfen zu können.

Fazit: auch in diesem Kurs wurde fleißig gelernt und geübt, vieles wurde verbessert, weitere Baustellen aufgezeigt. Wie gut wir zu Hause weiter arbeiten, wird sich dann im nächsten Kurs zeigen….

Nun haben wir natürlich nicht nur geackert, dank Nina gab es auch immer Kaffee und Synapsenfutter, das Essen im Bahnhof und aus der Pizzeria war lecker und wir waren wieder eine tolle Truppe, die dabei auch noch viel Spaß hatte. Sei es beim (Nicht-) Erfüllen der Aufgaben oder beim Pylonenwerfen bei der Parcoursgestaltung, das Training der Lachmuskeln ist ein wichtiger Aspekt bei Übungen zur Leibesertüchtigung.

Ein Dank also an Alle, die den Kurs ermöglicht und unterstützt haben und natürlich an Etienne, der uns in gewohnter Manier zu „Aha-Effekten“ und besserem Reiten führte.

Kristina Doerschel


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