Horse-and-dog-trail-kurs mit dr. Marion rother

Text von Bianka Adami, Fotos von André Adami

Am 16. und 17. März 2019 fand auf Gut Sputendorf der Horse and Dog Trail Kurs mit Dr. Marion Rother (DOSB-lizensierte Trainerin A im Westernreiten und mehrfache Landesmeisterin in verschiedenen Disziplinen des Westernreitens) statt. Acht Teams aus Hund, Pferd und Mensch nahmen teil, reisten teilweise schon am Vortag an oder ritten aus der Umgebung zum Gut Sputendorf – eine einladend große Anlage für Pferde und ihre Menschen mit beispielsweise auch ihren Hunden.


Meistens begleiten unsere Hunde einfach das Reithobby. Doch an diesem Wochenende sollten insbesondere auch die Hunde auf ihre Kosten kommen und Herausforderungen in einem sehr heterogenen Team aus Raub- und Fluchttier bewältigen. Für uns Menschen eine spannende Aufgabe der Kommunikation und Vermittlung. Ein Kurs mit Marion steht grundsätzlich im Zeichen der Motivation und Freude für die beteiligten Tiere und Menschen, doch dazu später mehr.

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Die große Reithalle auf Gut Sputendorf lässt Regen und Sturm draußen bleiben. So waren wir vom wechselhaften Wetter unabhängig. Ein interessanter Aufbau verschiedenster Hindernisse ließ uns neugierig werden. Und so starteten wir in drei Kleingruppen am Samstagmorgen zunächst als Hund-Mensch-Team oder als Pferd-Reiter-Team mit späterem Wechsel. Marions Co-Trainerin war an diesem Tag Kristin Hohoff (Trainerin C Westernreiten). Sie übernahm am Vormittag in ihrer ruhigen und souveränen Art das Coaching der Reiter. Die Bewältigung unterschiedlich angeordneter Stangen in verschiedenen Gangarten bleibt stets eine reiterliche Herausforderung. Entsprechend erwartete uns ein umfängliches Angebot verschiedenster Stangenkombinationen aus der Disziplin Trail.

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Auch die Gruppen aus Mensch und Hund kamen auf ihre Kosten. Die Hunde musste ihre Menschen verstehen üben und die Menschen bemühten sich, für ihren Hund unmissverständlich zu sein. Unsere Fotografen konnten im Nachgang deutlich aufzeigen, wie aufmerksam Hunde ungewollte Zeichen ihrer Menschen umsetzen. Marion hatte dabei stets ein aufmunternden Rat und gute Laune parat, so dass sich eine entspannte und fröhliche Stimmung des gemeinsamen Lernens ergab. Anschaulich zeigte uns Marion, was es bedeutet, einen Hund wirklich zu loben, zu motivieren und sich erkennbar über Erfolge zu freuen. Entsprechend warfen wir unsere gesellschaftlich übliche Zurückhaltung rasch über Bord. Da wurde von den Hunden der Tisch als Zielfläche erobert, die Box belegt, die Brücke über- und das Tor unterquert, kleine Hindernisse galt es zu überspringen, Pylonen als Zielpunkt zu erreichen oder auch mal schlicht das klassische „bei Fuß“ Laufen zu zeigen. Bei allen Übungen stand stets die positive Motivation im Vordergrund. An diesen Tagen wurden gewiss auch sehr viele Leckerlis in der Halle verfüttert.

Am Nachmittag ging es dann bereits in die Dreierteams: Hund, Pferd und Reiter. Auch in dieser Phase ermöglichte die Einteilung in drei kleine Gruppen eine intensive Betreuung. Marions herausragende Beobachtungsfähigkeit führte zu intensiven und konstruktiven Trainingsphasen. Für jedes Team gab es viele Anregungen und Hilfestellungen. Als Reiter wird man unter Marions Anleitung entspannt und fokussiert. Als Hundeführerin zeigte uns Marion exemplarisch auch in dieser Phase, was Motivation wirklich bedeutet. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich erneut die lebhafte Atmosphäre voller Spaß am Arbeiten mit dem eigenen Pferd und dem eigenen Hund aus. Jeder Fehler wurde zur Lerngelegenheit und wir Menschen erlebten erneut sehr anschaulich, dass es in den meisten Fällen, der Mensch ist, der seine Körpersprache und sein Timing verfeinern muss.

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Am Sonntag wurden wir in der Vormittagsrunde mutiger, trauten uns mehr zu und es zeigten sich deutliche Fortschritte. Erste Routinen konnten gefestigt werden und auch unsere Hunde schienen nach weiteren Herausforderungen zu lechzen. So konnten wir in der Nachmittagsrunde einen ersten Trailparcours als Reiter mit Pferd und Hund absolvieren. Jedes Team durfte sich einmal allein hoch konzentriert durch den kompletten Parcours arbeiten. So viele stolz strahlende Gesichter mit konstruktivem und inhaltlich gehaltvollem Feedback von Marion im Gepäck – das ist die Essenz dieses Kurses. Eine gehörige Portion Motivation und Tatendrang nehmen wir aus diesem intensiven Wochenende mit Marion mit.
Für das tierische und leibliche Wohl war hervorragend gesorgt. Ob Box oder Paddock oder Paddock mit Unterstand oder doch wegen des Regens lieber die Box über Nacht – für alle Wünsche hatte Magda ein offenes Ohr und ein Lächeln. Pferde werden auf dem Gut Sputendorf erstklassig betreut und versorgt. Danken möchte ich auch den fleißigen Helfern beim Auf- und Abbau der Gerätschaften in der Reithalle. Das ermöglichte einen völlig reibungslosen Ablauf. Das gemütliche Reiterstübchen mit knisterndem Feuer im Ofen, heißem Kaffee und einem reichhaltigen Buffet ließ keine Wünsche offen. An diesen zwei Tagen sah man auf der Anlage viele Hunde zusammen mit ihren Menschen, es war ein buntes Treiben, welches nie hektisch oder chaotisch wurde – vielleicht auch, weil wir Menschen dank Marion sehr entspannt und aufgeschlossen waren.

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